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Echtzeithalle - Montagsgespräche

Tetrachord - für  DigitalklängeJörg Schäffer

Das Stück Tetrachord basiert auf dem gleichnamigen Ordnungsprinzip der Musik des antiken Grienlands: Tonleitern werden aus zwei kurzen, viertönig abgestuften Leitern zusammengesetzt, die ein konsonantes Rahmenintervall (Quarte) umfassen und einen Ganzton Abstand voneinander haben (sog. disjunkte Tetrachorde).  Neben den damit möglichen drei, aus zwei Ganztonintervallen und einem Halbtonschritt bestehenden Tetrachorden*, wird noch ein sog. chromatischer Tetrachord, bestehend aus einer kleinen Terz und zwei Halbtonschritten, sowie ein weiterer sog. enharmonischer Tetrachord der eine große Terz sowie zwei Vierteltonschritte umfasst, beschrieben1. Insgesamt ergeben sich damit 5 Tetrachorde, die in freier Variation 25 Tonleitern erzeugen. Diese sind das Material der Komposition „Tetrachord“ für digitale Klangerzeuger.
Im Mittelpunkt der musikalischen Auseinandersetzung stehen dabei die Begriffe „konsonant“ und„dissonant“. Ausgehend von der pythagoräischen Stimmung unter Verwendung großer (9:8) und kleiner (10:9) Ganztöne, sowie des natürlichen Halbtons (16:15)  untersuche ich unter Verwendung eines Helmholtz-Theorems die Fragestellung, inwieweit sich diese Begriffe quantitativ fassen lassen.  Die Obertonstruktur der in der Leiter verwendeten Töne entspricht im wesentlichen der Naturtonreihe, wird jedoch auch durch die Leiterstruktur selbst bestimmt. Ein erläuternder Vortrag geht dem rein akustischen Teil der Intervention vorraus.
(Jörg Schäffer, Jan 2017)

Bild: Polynome 3. Grades zur Berechnung einzelner Klangaspekte im Stück "Tetrachord" (Jörg Schäffer, Jan 2017)