Ausstellungstipp: Florian Lechner im Kunstraum Bogenhausen

KUNSTRAUM BOGENHAUSEN 07.04.17
FLORIAN LECHNER - 20170407
Ein temporärer Eingriff in den Kunstraum

Freitag, 07.04.2017 / Einlass und Eröffnung 19.00 Uhr
Eintritt Konzert: ab 10,00 €, gerne mehr! Eintritt Installation: frei

KONZERT modern string quartet presents THE RITE OF SWING - Die Geburt der Moderne - A Tribute to Igor & Duke / INSTALLATION florian lechner presents 20170407 - Ein temporärer Eingriff in den Kunstraum / Konzertbeginn 19.30 Uhr

Künstlergespräch 21.00 Uhr moderiert durch Wolfgang Binder

Am 7. April 2017 explodiert der Kunstraum in Bogenhausen. Mit und an der räumlichen Struktur des Kunstforums im Dachgeschoss der Ismaninger Strasse 106 arbeitet sich Florian Lechner seit Beginn dieses Monats ab.

Der Zugang zu der Rauminstallation, die exklusiv nur an diesem Abend existieren wird, erfolgt über die fünf schwarz vertäfelten Stockwerke des Treppenhauses, welche es zu erklimmen gilt. Es geht nach oben. Die schwere Holztüre des Speichers unter dem Dachstuhl steht offen, dahinter wartet Dunkelheit. Wo sonst die eingezogenen weißen Wände mit Kunst bespielt sind, befindet sich nichts als gähnende, tiefschwarze Leere. Nur ein elektrisches Surren durchzieht den Raum, bis plötzlich grelle Linien und Flächen das Nichts durchschneiden und den Blick in eine andere Welt aufreißen.

Lechners Blick ist der eines Bildhauers auf die Welt. Neben der Perspektive sind es unter anderem Licht und Schatten sowie Hell-Dunkel-Verläufe, die uns als Betrachter eine spezifische Räumlichkeit erfassen lassen. Lechner hebelt diese Parameter radikal aus und arbeitet aktiv damit. Im Falle der Raumskizze für den Kunstraum Bogenhausen werden hierfür Kurzdistanzprojektoren als Werkzeug eingesetzt.

Der dekonstruktivistische Ansatz zieht sich wie ein roter Faden durch sein Werk. Er verschneidet Zwei- und Dreidimensionalität, verschränkt (Ab)Bild und Raum und schafft durch die entstehende vermeintliche Diskrepanz eine neue (räumliche) Qualität. Die Architektur in der Installation und das autonome Kunstobjekt hören bei Lechner weder an der physischen Oberfläche auf, noch bleiben sie statisch, sondern sind vielmehr Zustände im Moment. Dies kündigt sich schon im Arbeitsprozess selbst an, wenn die einzelnen Elemente hin und her geschoben, ausgetauscht und auf den Kopf gestellt werden. Vieles wird verworfen, manches bewährt sich und wird zur Essenz verdichtet.

 „Kunst ist auf seine Weise immer inszeniert und exponiert“, so Lechner. Und dieses Momentum liegt in seiner künstlerischen Arbeit nicht außerhalb des Werks, sondern ist dessen Bestandteil. So inszeniert sich der installative Eingriff durch den Einsatz von Licht und Dunkelheit als Material in gewisser Weise selbst und diffundiert aus. Es mögen die Übergänge von vorgefundener Situation und künstlerischem Eingriff fließend sein, die Setzungen von Lechner sind trotz einer vermeintlichen Zufälligkeit sehr bewusst und visuell konkret. Lechner lässt Flächen und Linien in einem Standardpräsentationsprogramm auf die Architektur los. Er unterstreicht, definiert und negiert, reißt visuell regelrecht Löcher in Wände und zieht Böden weg, bis man den Eindruck gewinnt, der komplette Raum würde explodieren.